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Weißer Milchbrei mit Safran und Zimt

Kogebog / Libellus de arte coquinaria · Dänemark · 1300

🍯 Nachspeise ⚠ Viel Interpretationsspielraum Einfach
⏱ 25 Min.👥 2–4 Personen📖 Kogebog (Harpestreng-Handschrift NKS 66) (~1300)

Original — Altdänisch (ca. 1300)

Weißer Milchbrei mit Safran und Zimt — Originalseite aus Kogebog (Harpestreng-Handschrift NKS 66)
Fol. 144r, Det Kongelige Bibliotek Kopenhagen, NKS 66, 8vo (ca. 1300), Public Domain

Transkription (Altdänisch (ca. 1300))

Quomodo temperetur cibus qui uocatur hwit moos

Man skal takæ søtmiælk. oc wæl writhet hwetebrøth. oc slaghnæ æg. oc wæl writhæt safran. oc latæ thæt wællæ til thæt warthær thiuct. Sithen latæ thæt up .a. dysk. oc kastæ .i. smør. oc strø .a. puluær af kaniæl. Thæt hetær hwitmoos.

Tekstnet.dk / DSL — Diplomatische Transkription nach NKS 66, 8vo. Ed. Jonathan Adams & Ebba Hjorth (2006)

Moderne Übersetzung

🏕 Lagerküche-Tipp: Zuhause vorbereiten.

Nimm süße Milch, gut ausgedrücktes Weizenbrot, geschlagene Eier und gut ausgedrückten Safran. Lasse dies alles kochen, bis es dick wird. Dann richte es auf einer Schüssel an, gib Butter hinzu und bestreue es mit Zimtpulver. Dies nennt man Weißmus.

Zutaten

OriginalModern / MengeWo kaufenAlternative
søtmiælk Süße Milch
wæl writhet hwetebrøth Gut ausgedrücktes Weizenbrot Altbackenes Weißbrot
slaghnæ æg Geschlagene Eier
wæl writhæt safran Gut ausgedrückter Safran Apotheke, gut sortierter Supermarkt
smør Butter
puluær af kaniæl Zimtpulver

Anmerkungen

hwit moos
„Weißmus“ oder „Weißer Brei“, eine Art süßer Milch-Brot-Brei, oft mit Safran gefärbt.
søtmiælk
Frische, ungesäuerte Milch.
wæl writhet
Gut ausgedrückt oder ausgepresst, um Flüssigkeit zu entfernen oder eine feine Konsistenz zu erzielen.
slaghnæ æg
Geschlagene Eier.
dysk
Schüssel oder Teller.
puluær af kaniæl
Zimtpulver.

Lesarten

Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten — mit den plausiblen Alternativen.

wæl writhet hwetebrøth

Gewählte Lesart: „Gut ausgedrücktes Weizenbrot“ – das Brot wird eingeweicht und dann ausgepresst, um eine glatte Textur zu erzielen.

Andere mögliche Lesart:

  • „Fein zerbröseltes Weizenbrot“ – das Brot wird lediglich sehr fein zerkleinert, ohne es vorher einzuweichen und auszudrücken. — Das altnordische „writhet“ kann auch „fein gemacht“ oder „zerrieben“ bedeuten, was auf eine mechanische Zerkleinerung hindeuten könnte, um eine feine Konsistenz zu erreichen.

wæl writhæt safran

Gewählte Lesart: „Gut ausgedrückter Safran“ – Safranfäden werden in Flüssigkeit eingeweicht und dann ausgepresst, um maximale Farbe und Aroma zu extrahieren.

Andere mögliche Lesart:

  • „Gut gelöster Safran“ – der Safran wird gründlich in einer kleinen Menge Flüssigkeit (z.B. Milch oder Wasser) gelöst, um seine Farbe freizusetzen, ohne dass die Fäden unbedingt ausgepresst werden. — Die Formulierung könnte sich auf die Gründlichkeit der Extraktion beziehen, nicht zwingend auf einen physischen Pressvorgang der Fäden selbst.

Häufige Fragen

Aus welcher Handschrift stammt dieses Rezept?

Dieses Rezept stammt aus der Harpestreng-Handschrift NKS 66, 8vo, die um 1300 in Dänemark verfasst wurde und in der Det Kongelige Bibliotek in Kopenhagen aufbewahrt wird. Sie gilt als die älteste nordeuropäische Kochbuchquelle.

Was bedeutet der lateinische Rezepttitel?

„Quomodo temperetur cibus qui uocatur hwit moos“ bedeutet übersetzt: „Wie man die Speise zubereitet, die Weißmus genannt wird.“

Ist dieses Rezept für die Lagerküche / das Mittelaltermarkt-Lager geeignet?

Nein, dieses Rezept ist nicht ideal für die Lagerküche. Es enthält frische Milch, Eier und Butter, die ohne Kühlung schnell verderben würden. Zudem ist die Zubereitung eines feinen Breis am offenen Feuer schwierig. Bereite es am besten zu Hause vor.

Was bedeutet 'gut ausgedrücktes Weizenbrot'?

Dies bezieht sich wahrscheinlich auf altbackenes Weißbrot, das in Milch oder Wasser eingeweicht und anschließend fest ausgedrückt wurde, um überschüssige Flüssigkeit zu entfernen und eine feine, breiige Konsistenz zu erhalten. Alternativ könnte es auch bedeuten, das Brot sehr fein zu zerbröseln.

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