Kogebog / Libellus de arte coquinaria · Dänemark · 1300
De pullis simpliciter temperandis
Man skal takæ et unct høns oc siuthæ mæth spæk oc kølæ thæt oc lithæ thæt syndær oc wællæ .i. en pannæ. Thæssæ høns ær gothæ at ætæ warmæ.
Tekstnet.dk / DSL — Diplomatische Transkription nach NKS 66, 8vo. Ed. Jonathan Adams & Ebba Hjorth (2006)
🏕 Lagerküche-Tipp: Benötigt einen großen Topf zum Sieden und eine Pfanne zum Aufwärmen über offenem Feuer oder auf einem Kocher.
Nimm ein junges Huhn und siede es mit Speck. Lasse es abkühlen und zerlege es dann in Stücke. Erwärme die Stücke anschließend in einer Pfanne. Diese Hühner sind gut warm zu essen.
| Original | Modern / Menge | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|
| et unct høns | 1 junges Huhn | — | — |
| spæk | Speck | — | — |
Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten — mit den plausiblen Alternativen.
⚖ wællæ
Gewählte Lesart: ‚Wärmen / Aufwärmen‘ – Da das Huhn bereits gesotten und abgekühlt wurde, ist das erneute Erhitzen in der Pfanne zum Servieren die plausibelste Lesart.
Andere mögliche Lesart:
Dieses Rezept stammt aus der Harpestreng-Handschrift NKS 66, 8vo, die um 1300 in Altdänisch verfasst wurde und in der Det Kongelige Bibliotek in Kopenhagen aufbewahrt wird. Sie gilt als eine der ältesten nordeuropäischen Kochbuchquellen.
Der Titel bedeutet übersetzt „Über die einfache Zubereitung von Hühnern“ und weist auf die unkomplizierte Art der Speisenzubereitung hin.
Ja, dieses Rezept ist sehr gut für die Lagerküche geeignet. Es erfordert nur grundlegende Kochutensilien wie einen Topf und eine Pfanne und kann über offenem Feuer oder einem Kocher zubereitet werden. Das Huhn kann auch vorbereitet und später aufgewärmt werden.
Sieden bedeutet, das Huhn in Flüssigkeit (hier mit Speck) bei einer Temperatur knapp unter dem Siedepunkt zu garen. Dies macht das Fleisch zart und saftig, ohne es zu stark auszutrocknen.