Le Viandier de Guillaume Tirel, dit Taillevent · Frankreich · 1300
Signes au santire Paons Herons Venoyson poches foynes
Tiers seruice
Pichon & Vicaire 1892 (kritische Edition), Project Gutenberg #26567
🏕 Lagerküche-Tipp: Zuhause vorbereiten.
Für den dritten Gang werden Schwäne, am Spieß gebraten, Pfauen, Reiher, Wildbret, gefüllte Gerichte und Marder serviert.
| Original | Modern / Menge | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|
| Signes | Schwäne | Zuchtschwan (selten) | Große Ente oder Gans |
| Paons | Pfauen | Geflügelzucht | — |
| Herons | Reiher | ⚠ Artenschutz! Nicht erhältlich. | Große Ente oder Fasan |
| Venoyson | Wildbret | Metzger, Wildhändler | — |
| poches | Gefüllte Gerichte | — | — |
| foynes | Marder | ⚠ Wildfang nicht kommerziell erhältlich. | Kaninchen oder Hase |
Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten — mit den plausiblen Alternativen.
⚖ au santire
Gewählte Lesart: Wir interpretieren ‚au santire‘ als ‚au cintre‘, was ‚am Spieß gebraten‘ oder ‚auf einem Gestell gebraten‘ bedeutet. Dies war eine typische Zubereitungsart für große Vögel, die oft als Schaugericht dienten.
Andere mögliche Lesart:
⚖ poches
Gewählte Lesart: ‚Poches‘ wird hier als Substantiv im Sinne von ‚gefüllte Gerichte‘ oder ‚gefüllte Pasteten‘ verstanden, die als eigenständige Speisen serviert wurden.
Andere mögliche Lesart:
Der Begriff 'au santire' ist in historischen Kochbüchern selten. Eine plausible Interpretation ist 'au cintre', was 'am Spieß' oder 'auf einem Gestell gebraten' bedeutet. Dies war eine gängige Methode, um große Vögel wie Schwäne oder Pfauen zu braten und oft prunkvoll zu präsentieren.
Nein, dieses Rezept ist eine Menüliste für eine höfische Festtafel und erfordert die aufwendige Zubereitung und Präsentation mehrerer großer Wildtiere. Es ist nicht für die einfache Lagerküche geeignet.
Dieses Rezept stammt aus 'Le Viandier de Taillevent', einem der ältesten und einflussreichsten französischen Kochbücher. Es wird dem Koch Guillaume Tirel, genannt Taillevent, zugeschrieben und entstand um 1300, mit späteren Erweiterungen bis ins 15. Jahrhundert. Es spiegelt die höfische Küche des französischen Adels wider.
Pfauen können von spezialisierten Geflügelzuchten bezogen werden. Wildbret (Hirsch, Reh, Wildschwein) ist beim Metzger oder Wildhändler erhältlich. Schwäne, Reiher und Marder sind heute entweder streng geschützt oder nicht kommerziell für den Verzehr erhältlich. Für Reiher und Schwäne können große Enten oder Gänse als Ersatz dienen, für Marder Kaninchen oder Hase.