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Brotmus für Italiener und Bauern

Registrum Coquine quomodo et qualiter preparantur cibaria per integrum annum · Päpstliche Kurie, Rom / Konstanz · 1433

🏕 Lagerküche-tauglich ⚠ Viel Interpretationsspielraum Einfach
⏱ 15 Min.👥 2–4 Personen📖 Registrum Coquine (~1433)

Original — Mittellatein (frühes 15. Jh.)

Brotmus für Italiener und Bauern — Originalseite aus Registrum Coquine
BnF Ms. Latin 7054, fol. 65v/66r (Gallica ark:/12148/btv1b10035736w, f66) — Domaine public

Transkription (Mittellatein (frühes 15. Jh.))

Ministrum pro Italicis et rusticis.

Si facis ministrum de panibus. Recipe panem grattatum, et tempera
bene cum brodio grasso et cum croco ac caseo et aliis spetiebus
bonis, ut spissum fiat. Et erit bonum pro Italicis et rustico.

Robert Maier (Hg.): Das Registrum Coquine des Johannes von Bockenheim, Monumenta culinaria 3, GEB Gießen 2013 — CC BY-NC-SA 3.0 (urn:nbn:de:hebis:26-opus-93375)

Moderne Übersetzung

🏕 Lagerküche-Tipp: Benötigt einen Topf und eine Feuerstelle zum Erhitzen und Mischen.

Wenn du ein Gericht aus Brot zubereitest: Nimm geriebenes Brot und mische es gut mit fetter Brühe, Safran und Käse sowie anderen guten Gewürzen, sodass es dickflüssig wird. Und es wird gut sein für Italiener und Bauern.

Zutaten

OriginalModern / MengeWo kaufenAlternative
panem grattatum Geriebenes Brot
brodio grasso Fette Brühe
croco Safran
caseo Käse
aliis spetiebus bonis Andere gute Gewürze

Anmerkungen

Ministrum
Ein Gericht oder eine Speise, hier im Sinne eines einfachen, sättigenden Essens.
Italicis et rusticis
Wörtlich ‚für Italiener und Bauern‘. Dies deutet auf ein einfaches, nahrhaftes Gericht hin, das auch für weniger wohlhabende Schichten geeignet ist.

Lesarten

Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten — mit den plausiblen Alternativen.

brodio grasso

Gewählte Lesart: ‚Fette Brühe‘ – Dies bezieht sich auf eine Brühe, die entweder aus fettem Fleisch gekocht wurde oder der nachträglich Fett (z.B. Schmalz) zugesetzt wurde, um sie nahrhafter zu machen.

aliis spetiebus bonis

Gewählte Lesart: ‚Andere gute Gewürze‘ – Da keine spezifischen Gewürze genannt werden, ist hier eine typische mittelalterliche Gewürzmischung gemeint, die je nach Verfügbarkeit und Geschmack variieren konnte. Ich habe dies als ‚Gewürze‘ übersetzt und im FAQ-Bereich typische Beispiele genannt.

panem grattatum

Gewählte Lesart: ‚Geriebenes Brot‘ – Dies wird als Brotkrümel verstanden, die entweder aus frischem oder getrocknetem Brot hergestellt wurden.

Häufige Fragen

Welche ‚anderen guten Gewürze' soll ich verwenden?

Im Mittelalter waren ‚gute Gewürze‘ oft eine Mischung aus Pfeffer, Ingwer, Galgant, Nelken, Muskat und Zimt. Wähle eine Kombination, die dir schmeckt, oder beschränke dich auf Pfeffer und Ingwer für eine authentische Basis.

Ist dieses Rezept für die Lagerküche / das Mittelaltermarkt-Lager geeignet?

Ja, dieses Rezept ist hervorragend für die Lagerküche geeignet. Es benötigt nur wenige Zutaten, die gut transportierbar sind, und lässt sich in einem Topf über offenem Feuer schnell zubereiten.

Aus welcher Zeit und woher stammt dieses Rezept?

Dieses Rezept stammt aus dem ‚Registrum Coquine‘ (Kochbuch-Register), verfasst um 1433 von Johannes von Bockenheim, einem Koch am Hof des Papstes Martin V. Es ist eine wichtige Quelle für die höfische und klösterliche Küche des Spätmittelalters.

Was bedeutet ‚Ministrum' in diesem Rezepttitel?

‚Ministrum‘ bedeutet hier einfach ‚Gericht‘ oder ‚Speise‘. Der Zusatz ‚pro Italicis et rusticis‘ (für Italiener und Bauern) weist darauf hin, dass es sich um ein einfaches, nahrhaftes und kostengünstiges Gericht handelt, das auch für breitere Bevölkerungsschichten zugänglich war.

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