The Forme of Cury · England · 1390
ROSEE . XX.II
Take thyk mylke as to fore welled . cast þerto sugur a gode porcioun pynes. Dates ymynced. canel. & powdour gynger and seeþ it, and alye it with flores of white Rosis, and flour of rys, cole it, salt it & messe it forth. If þou wilt in stede of Almaunde mylke, take swete cremes of kyne. Rosee. From the white roles therein mentioned. See No. 41. in Mi. Ed. but No. 47 there is totally different. welled, f. _willed_; directed.
Project Gutenberg – The Forme of Cury (ed. Samuel Pegge, 1780)
🏕 Lagerküche-Tipp: Zuhause vorbereiten.
Nimm dicke Milch, wie zuvor gut gekocht oder eingedickt. Gib eine gute Portion Zucker, Pinienkerne, fein gehackte Datteln, Zimt und Ingwerpulver hinzu und lass es sieden. Binde die Masse mit weißen Rosenblüten und Reismehl ab. Lass es abkühlen, salze es leicht und richte es an. Wenn du möchtest, nimm anstelle von Mandelmilch süße Kuhsahne.
| Original | Modern / Menge | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|
| thyk mylke as to fore welled | 500 ml dicke Milch (Mandelmilch oder Kuhmilch) | — | — |
| sugur a gode porcioun | 100–150 g Zucker | — | — |
| pynes | 50 g Pinienkerne | — | — |
| Dates ymynced | 50 g Datteln, fein gehackt | — | — |
| canel | 1 TL Zimt | — | — |
| powdour gynger | 1/2 TL Ingwerpulver | — | — |
| flores of white Rosis | 2 EL weiße Rosenblüten (frisch oder getrocknet) | Bio-Laden / Apotheke | Rosenwasser (1-2 TL) |
| flour of rys | 2 EL Reismehl | — | — |
| salt it | 1 Prise Salz | — | — |
| swete cremes of kyne | 500 ml süße Sahne (als Alternative zur Milch) | — | — |
Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten — mit den plausiblen Alternativen.
⚖ thyk mylke as to fore welled
Gewählte Lesart: Ich habe 'thyk mylke as to fore welled' als dicke Milch interpretiert, die entweder von Natur aus dick ist (wie Mandelmilch) oder durch Kochen eingedickt wurde, um eine cremige Konsistenz zu erreichen.
Andere mögliche Lesart:
⚖ salt it
Gewählte Lesart: Die Anweisung 'salt it' wurde als Zugabe einer Prise Salz interpretiert, um die Süße des Desserts auszugleichen und die Aromen zu vertiefen, eine gängige Praxis in der mittelalterlichen Küche.
Dies bezieht sich auf eine eingedickte Milch. Du kannst entweder Mandelmilch verwenden, die von Natur aus dicker ist, oder Kuhmilch, die du vorab einkochst, bis sie eine cremigere Konsistenz erhält. Die genaue Dicke ist Geschmackssache, sollte aber puddingartig sein.
Das Salzen von süßen Speisen war im Mittelalter üblich. Eine Prise Salz dient dazu, die Süße auszugleichen und die anderen Aromen, wie die der Rosen und Gewürze, hervorzuheben und zu vertiefen. Es ist ein Geschmacksverstärker, ähnlich wie heute in vielen Desserts.
Nein, dieses Rezept ist für die Lagerküche nur bedingt geeignet. Das präzise Eindicken der Milch und das Abbinden mit Reismehl erfordern eine kontrollierte Hitze, die über offenem Feuer schwer zu erreichen ist. Zudem muss das Gericht abkühlen und fest werden. Bereite es am besten zu Hause vor und bringe es fertig mit.
Dieses Rezept stammt aus 'The Forme of Cury', einer der ältesten und bekanntesten englischen Rezeptsammlungen. Es wurde um 1390 für den Hof von König Richard II. verfasst und bietet einen Einblick in die gehobene Küche des englischen Spätmittelalters.
'Rosee' ist ein mittelalterliches Dessert, das seinen Namen von den verwendeten Rosenblüten erhält. Es handelt sich um eine Art süßer, gewürzter Pudding oder eine dicke Creme, die mit Reismehl gebunden und mit Datteln, Pinienkernen und Gewürzen verfeinert wird.