The Forme of Cury · England · 1390
CROTOUN
Take the offal of Capouns oþer of oþere briddes. make hem clene and parboile hem. take hem up and dyce hem. take swete cowe mylke and cast þerinne. and lat it boile. take Payndemayn and of þe self mylke and drawe thurgh a cloth and cast it in a pot and lat it seeþ, take ayren ysode. hewe the white and cast þerto, and alye the sewe with zolkes of ayren rawe. colour it with safron. take the zolkes and fry hem and florish hem þerwith and with powdour douce. Crotoun. Ms. Ed. 24. has _Craytoun_, but a different dish. Payndemayn. Whitebread. V. ad No. 41.
Project Gutenberg – The Forme of Cury (ed. Samuel Pegge, 1780)
🏕 Lagerküche-Tipp: Zuhause vorbereiten.
Nimm die Innereien von Kapaunen oder anderem Geflügel. Reinige sie gründlich und koche sie vor. Nimm sie aus dem Sud und würfle sie fein. Gib süße Kuhmilch in einen Topf und füge die gewürfelten Innereien hinzu; lass alles zusammen aufkochen. Nimm Payndemayn (feines Weißbrot) und weiche es in etwas von derselben Milch ein. Drücke die eingeweichte Brotmasse durch ein Tuch, um eine glatte Paste zu erhalten, und gib diese in den Topf zum Eintopf. Lass alles zusammen sieden. Nimm gekochte Eier, hacke das Eiweiß und gib es ebenfalls in den Eintopf. Binde den Eintopf mit rohen Eigelb, um eine sämige Konsistenz zu erzielen. Färbe den Eintopf mit Safran, damit er eine schöne gelbe Farbe erhält. Nimm weitere Eigelb, brate sie leicht an und verziere den Eintopf damit sowie mit einer Prise Powdour Douce (milde Gewürzmischung).
| Original | Modern / Menge | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|
| the offal of Capouns oþer of oþere briddes | 500 g Innereien von Kapaunen oder anderem Geflügel (z.B. Huhn) | Metzger | Hühnerinnereien (Leber, Magen, Herz) |
| swete cowe mylke | 1 Liter frische Kuhmilch | — | — |
| Payndemayn | 200 g feines Weißbrot (ohne Rinde) | — | — |
| ayren ysode | 2 gekochte Eier (nur Eiweiß) | — | — |
| zolkes of ayren rawe | 4 rohe Eigelb | — | — |
| safron | 1 Prise Safranfäden | Supermarkt | — |
| powdour douce | 1 TL milde Gewürzmischung (Zucker, Zimt, Ingwer) | — | — |
Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten — mit den plausiblen Alternativen.
⚖ offal of Capouns oþer of oþere briddes
Gewählte Lesart: Die 'offal' (Innereien) umfassen Leber, Magen, Herz, Hals, Füße und Kopf des Geflügels. Für die moderne Zubereitung werden die gängigsten Innereien wie Leber, Magen und Herz empfohlen.
Andere mögliche Lesart:
⚖ Payndemayn
Gewählte Lesart: Payndemayn wird als feines Weißbrot ohne Rinde interpretiert, das in Milch eingeweicht und durch ein Tuch passiert wird, um eine glatte Bindung zu erzielen.
Andere mögliche Lesart:
⚖ zolkes and fry hem and florish hem þerwith
Gewählte Lesart: Zusätzliche Eigelbe werden gebraten und als Garnitur verwendet, um dem Gericht eine dekorative Note zu verleihen.
Andere mögliche Lesart:
'Powdour douce' ist eine milde Gewürzmischung, die im Mittelalter häufig verwendet wurde. Sie besteht typischerweise aus gleichen Teilen Zucker, Zimt und Ingwer, manchmal ergänzt durch eine Prise Muskatnuss. Mische diese Gewürze einfach zu einem feinen Pulver.
'Payndemayn' war ein hochwertiges, feines Weißbrot, das aus gesiebtem Weizenmehl gebacken wurde und als Statussymbol galt. Für dieses Rezept kannst du jedes feine, helle Weißbrot ohne Rinde verwenden, das sich gut in Milch einweichen und zu einer glatten Paste verarbeiten lässt, zum Beispiel Toastbrot oder ein helles Kastenweißbrot.
Nein, dieses Rezept ist aufgrund der vielen Schritte, der Notwendigkeit einer feinen Konsistenz und der Bindung mit Eigelb nicht ideal für die Zubereitung direkt am Lagerfeuer. Es erfordert präzisere Kochtechniken und mehr Ausrüstung, als typischerweise im Lager verfügbar ist. Bereite es am besten zu Hause vor.
Dieses Rezept stammt aus 'The Forme of Cury', einer der ältesten und wichtigsten englischen Rezeptsammlungen. Es wurde um 1390 für den Hof von König Richard II. verfasst und bietet einen Einblick in die gehobene Küche des englischen Spätmittelalters.
Im mittelalterlichen Kontext umfassten 'Innereien' (offal) alle essbaren Teile eines Tieres, die nicht zum Hauptfleisch gehörten. Bei Geflügel sind das typischerweise Leber, Magen (Muskelmagen), Herz, Hals und manchmal auch Füße oder Kopf. Für dieses Rezept eignen sich besonders Leber, Magen und Herz, da sie eine gute Textur und Geschmack beisteuern, wenn sie gewürfelt werden.