The Forme of Cury · England · 1390
JOWTES OF ALMAUND MYLKE. XX.IIII
Take erbes, boile hem, hewe hem and grynde hem smale. and drawe hem up with water. set hem on the fire and seeþ the rowtes with the mylke. and cast þeron sugur & salt. & serue it forth. Jowtes. V. ad No. 60.
Project Gutenberg – The Forme of Cury (ed. Samuel Pegge, 1780)
🏕 Lagerküche-Tipp: Die Kräuter können bereits zu Hause gewaschen, grob gehackt und in einem Beutel mitgebracht werden. Die Zubereitung erfolgt in einem Topf über offenem Feuer.
Nehmt Kräuter, kocht sie, hackt sie und zerstoßt sie fein. Verdünnt die Kräutermischung mit Wasser. Setzt sie auf das Feuer und lasst die Kräuter mit der Mandelmilch sieden. Gebt Zucker und Salz hinzu und serviert es.
| Original | Modern / Menge | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|
| erbes | 500 g gemischte Kräuter (z.B. Petersilie, Mangold, Spinat, Brennnessel) | Wochenmarkt | — |
| water | 200 ml Wasser | Leitung | — |
| almaunde mylke | 500 ml Mandelmilch | — | — |
| sugur | 1 TL Zucker | — | — |
| salt | 1 Prise Salz | — | — |
Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten — mit den plausiblen Alternativen.
⚖ rowtes
Gewählte Lesart: Die Lesart als „Kräuter“ oder „Kräutermischung“ wurde gewählt.
Andere mögliche Lesart:
„Jowtes“ bezeichnet im mittelalterlichen England einen Kräutereintopf oder -brei. Es war ein einfaches, nahrhaftes Gericht, das oft als Beilage oder als leichtes Hauptgericht, insbesondere an Fastentagen, serviert wurde.
Ja, dieses Rezept ist sehr gut für die Lagerküche geeignet. Die Zutaten sind leicht zu transportieren und die Zubereitung erfolgt in einem Topf über offenem Feuer. Die Kräuter können bereits zu Hause gewaschen und grob gehackt werden, um die Arbeit vor Ort zu minimieren.
Dieses Rezept stammt aus „The Forme of Cury“, einer der ältesten und wichtigsten englischen Rezeptsammlungen, verfasst um 1390 für die Köche von König Richard II. Es bietet einen Einblick in die höfische Küche des späten Mittelalters.
„Rowtes“ ist hier sehr wahrscheinlich ein Schreibfehler des mittelalterlichen Schreibers und sollte „erbes“ (Kräuter) oder „rotes“ (Wurzeln) bedeuten. Im Kontext eines „Jowtes“ (Kräutereintopf) ist die Interpretation als „Kräuter“ die plausibelste, da die „erbes“ die Hauptzutat sind, die nach dem Kochen erneut erwähnt werden.
Im Mittelalter wurden Mörser oft für größere Mengen verwendet, um Zutaten wie Kräuter, Fleisch oder Nüsse zu einer feinen Paste zu verarbeiten. Für dieses Rezept kannst du die Kräuter nach dem Kochen auch sehr fein hacken oder einen modernen Mixer/Küchenmaschine verwenden, um eine glatte Konsistenz zu erreichen. Ein kleiner Gewürzmörser ist hierfür nicht ausreichend.