The Forme of Cury · England · 1390
FLAUMPENS . XX.IX
Take fat Pork ysode. pyke it clene. grynde it smale. grynde Chese & do þerto. wiþ sugur and gode powdours. make a coffyn of an ynche depe. and do þis fars þerin. make a thynne foile of gode past & kerue out þeroff smale poyntes . frye hem in fars . & bake it up &c. Flaumpeyns. _Flaumpens_, Contents. V. No. 113. Points, seems the same as _Prews_, No. 176. in fars, f. _in the fars_; and yet the Fars is disposed of before; ergo quære.
Project Gutenberg – The Forme of Cury (ed. Samuel Pegge, 1780)
🏕 Lagerküche-Tipp: Die Pastete kann in einem Dutch Oven über Glut gebacken werden. Die Teigspitzen können vor Ort in einer Pfanne gebraten werden.
Nimm gekochtes, fettes Schweinefleisch. Reinige es sorgfältig von Knochen und Knorpeln. Hacke es fein. Reibe Käse und gib ihn hinzu. Würze die Mischung mit Zucker und guten Gewürzen. Forme eine Pastetenhülle (Coffyn) von einem Zoll Tiefe. Fülle diese Farce hinein. Bereite einen dünnen Teigfladen aus gutem Teig und schneide daraus kleine Spitzen. Brate diese Spitzen in Fett. Backe die Pastete dann fertig.
| Original | Modern / Menge | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|
| fat Pork ysode | 500 g gekochtes, fettes Schweinefleisch | Metzger | — |
| Chese | 200 g Hartkäse (z.B. alter Gouda oder Parmesan) | — | — |
| sugur | 2 EL Zucker | — | — |
| gode powdours | 1 TL Gewürzmischung (mild, z.B. Zimt, Ingwer, Muskat) | — | — |
| coffyn of an ynche depe | Mürbeteig für eine Pastetenhülle (ca. 1 Zoll tief) | — | — |
| thynne foile of gode past | Mürbeteig für dünne Teigspitzen | — | — |
| fars (for frying) | 2 EL Schweineschmalz oder Pflanzenöl | — | — |
Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten — mit den plausiblen Alternativen.
⚖ frye hem in fars
Gewählte Lesart: Brate sie in Fett.
Andere mögliche Lesart:
„Gode powdours“ bezeichnet eine milde Gewürzmischung, die im Mittelalter häufig verwendet wurde. Typische Zutaten sind Zimt, Ingwer, Muskat, Nelken und oft auch Zucker.
Ja, dieses Rezept ist gut für die Lagerküche geeignet. Die Pastete kann in einem Dutch Oven über Glut gebacken werden. Die Teigspitzen lassen sich vor Ort in einer Pfanne braten.
Dieses Rezept stammt aus „The Forme of Cury“, einem der ältesten und bekanntesten englischen Kochbücher. Es wurde um 1390 für den Hof König Richards II. verfasst und bietet einen Einblick in die höfische Küche des Spätmittelalters.
Eine „Coffyn“ bezeichnet im mittelalterlichen Kontext die Teighülle einer Pastete. Diese Hüllen waren oft sehr stabil und dienten nicht nur als Behälter für die Füllung, sondern auch als eine Art Kochgefäß, das die Speise während des Backens schützte.
Dies ist eine mehrdeutige Passage, die bereits dem historischen Herausgeber des Textes Rätsel aufgab. Da die „fars“ (Füllung) bereits in der Pastete ist, ist es unpraktisch, die Teigspitzen darin zu braten. Die plausibelste Lesart ist, dass „fars“ hier als eine Verballhornung von „fat“ (Fett) oder als allgemeiner Begriff für Bratfett zu verstehen ist. Die Teigspitzen sollen also in Fett gebraten werden, bevor sie auf die Pastete gelegt und mitgebacken werden.