The Forme of Cury · England · 1390
COMADORE . XX.IX
Take Fyges and Raisouns. pyke hem and waisshe hem clene, skalde hem in wyne. grynde hem right smale, cast sugur in þe self wyne. and founde it togyder. drawe it up thurgh a straynour. & alye up þe fruyt þerwith. take gode peerys and Apples. pare hem and take þe best, grynde hem smale and cast þerto. set a pot on þe fuyrer wiþ oyle and cast alle þise þynges þerinne. and stere it warliche, and kepe it wel fro brennyng. and whan it is fyned cast þerto powdours of gynger of canel. of galyngale. hool clowes flour of canel. & macys hoole. cast þerto pynes a litel fryed in oile & salt, and whan it is ynowz fyned: take it up and do it in a vessel & lat it kele. and whan it is colde: kerue out with a knyf smale pecys of þe gretnesse & of þe length of a litel fyngur. & close it fast in gode past. & frye hen in oile. & serue forth. Comadore. Qu. Fuyr. fire.
Project Gutenberg – The Forme of Cury (ed. Samuel Pegge, 1780)
🏕 Lagerküche-Tipp: Die Fruchtpaste kann zu Hause vorbereitet und in einem verschlossenen Gefäß mitgebracht werden. Auch der Teig lässt sich vorbereiten oder fertig kaufen. Das Frittieren über offenem Feuer ist mit einem Topf oder einer Pfanne gut möglich.
Nimm Feigen und Rosinen, verlese und wasche sie sauber. Brühe sie in Wein. Zerstoße sie sehr fein. Gib Zucker in denselben Wein und löse ihn darin auf. Seihe die Flüssigkeit durch ein Sieb und binde die Früchte damit. Nimm gute Birnen und Äpfel, schäle sie, wähle die besten aus, zerstoße sie fein und gib sie hinzu. Stelle einen Topf mit Öl auf das Feuer und gib all diese Zutaten hinein. Rühre es vorsichtig um und achte gut darauf, dass es nicht anbrennt. Wenn es eingedickt ist, gib Ingwerpulver, Zimtpulver, Galgantpulver, ganze Nelken, gemahlene Cassia-Knospen und ganze Muskatblüte hinzu. Gib auch Pinienkerne hinzu, die zuvor leicht in Öl gebraten und gesalzen wurden. Wenn es ausreichend eingedickt ist, nimm es vom Feuer und gib es in ein Gefäß zum Abkühlen. Wenn es kalt ist, schneide mit einem Messer kleine Stücke von der Größe und Länge eines kleinen Fingers heraus. Verschließe diese fest in gutem Teig und frittiere sie in Öl. Serviere sie dann.
| Original | Modern / Menge | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|
| Fyges | Feigen | — | — |
| Raisouns | Rosinen | — | — |
| wyne | Süßer Weißwein | — | Apfelsaft oder Traubensaft für eine alkoholfreie Variante |
| sugur | Zucker | — | — |
| gode peerys | Birnen | — | — |
| Apples | Äpfel | — | — |
| oyle | Pflanzenöl (zum Braten) | — | — |
| powdours of gynger | Ingwerpulver | — | — |
| powdours of canel | Zimtpulver | — | — |
| powdours of galyngale | Galgantpulver | Asialaden, Reformhaus | Eine Prise mehr Ingwer und etwas Pfeffer |
| hool clowes | Ganze Nelken | — | — |
| flour of canel | Gemahlene Cassia-Knospen | Gewürzfachhandel online | Eine Prise mehr Zimt |
| macys hoole | Ganze Muskatblüte | Gewürzfachhandel online | Etwas geriebene Muskatnuss |
| pynes | Pinienkerne | — | Gehackte Mandeln oder Walnüsse |
| salt | Salz | — | — |
| gode past | Blätterteig oder Mürbeteig | — | — |
Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten — mit den plausiblen Alternativen.
⚖ founde it togyder
Gewählte Lesart: Die Phrase wurde als 'löse es darin auf' übersetzt, da es sich auf das Auflösen von Zucker im Wein bezieht und das Vermischen der Flüssigkeiten impliziert.
⚖ alye up þe fruyt þerwith
Gewählte Lesart: Dies wurde als 'binde die Früchte damit' übersetzt, was das Andicken oder Verbinden der Fruchtmasse mit der gesiebten Flüssigkeit meint.
⚖ whan it is fyned
Gewählte Lesart: Hier wurde 'fyned' als 'eingedickt' oder 'reduziert' interpretiert, da es den Zustand der Fruchtmasse nach dem Kochen beschreibt, wenn sie die gewünschte Konsistenz erreicht hat.
⚖ flour of canel
Gewählte Lesart: Dies wurde als 'gemahlene Cassia-Knospen' übersetzt, da 'flour' hier die Blüten oder Knospen des Zimtbaums meint, die ein intensives Aroma haben.
Andere mögliche Lesart:
⚖ gode past
Gewählte Lesart: Dies wurde als 'guter Teig' übersetzt und im Kontext moderner Küche als Blätterteig oder Mürbeteig interpretiert, da das Originalrezept keine spezifische Teigart nennt.
'Flour of canel' bezeichnet Cassia-Knospen, auch Zimtblüten genannt. Sie sind die unreifen Früchte des Zimtbaums und haben ein intensives, blumiges Zimtaroma. Du findest sie manchmal in gut sortierten Gewürzfachgeschäften oder online. Als Ersatz kannst du etwas mehr Zimtpulver verwenden.
Ja, dieses Rezept ist gut für die Lagerküche geeignet. Die Fruchtpaste lässt sich hervorragend zu Hause vorbereiten und in einem verschlossenen Gefäß mitbringen. Auch der Teig kann vorbereitet oder fertig gekauft werden. Das Frittieren der Pasteten ist über offenem Feuer in einem Topf oder einer Pfanne problemlos möglich.
Dieses Rezept stammt aus „The Forme of Cury“, einer Sammlung von Kochrezepten, die um 1390 für die Köche von König Richard II. von England verfasst wurde. Es ist eine der bedeutendsten Quellen für die mittelalterliche englische Küche und gibt Einblicke in die höfische Esskultur des späten 14. Jahrhunderts.
'Grynde hem right smale' bedeutet, die Zutaten sehr fein zu zerstoßen oder zu mahlen. Im Mittelalter wurde dies typischerweise in einem großen Mörser mit einem schweren Stößel gemacht, um eine feine Paste zu erhalten. Heute kannst du dafür eine Küchenmaschine oder einen Mixer verwenden, um die Früchte und Gewürze zu einer glatten Masse zu verarbeiten.
Verwende einen süßen Weißwein, wie zum Beispiel einen Malvasier oder einen anderen Dessertwein, der auch im Mittelalter beliebt war. Ein einfacher, fruchtiger Weißwein mit etwas Restsüße funktioniert ebenfalls gut. Für eine alkoholfreie Variante kannst du Apfelsaft oder Traubensaft verwenden.