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Farbige Zazzarelli-Klößchen in Brühe

Libro de arte coquinaria · Norditalien · 1465

🥣 Vorspeise 🏕 Lagerküche-tauglich ⚠ Viel Interpretationsspielraum Mittel
⏱ 30 Min.👥 4–6 Personen📖 Libro de Arte Coquinaria (~1465)

Original — Frühitalienisch (15. Jh.)

Farbige Zazzarelli-Klößchen in Brühe — Originalseite aus Libro de Arte Coquinaria
Fol. 15r, Library of Congress, Rare Book and Special Collections Division, Washington MS (TX723 .M3 1460), Public Domain

Transkription (Frühitalienisch (15. Jh.))

[Zazzarelli in bocchoncelli o bianchi, o verdi, o gialli.]

Per fare zazzarelli in bocchoncelli o bianchi, o verdi, o gialli, fa' la materia come se contene di sopra secundo il colore che tu gli vorrai, et sia alquanto più dura; et togli un cucchiaro piccino. Et quando il brodo comincia a bollire fa li bocconcelli como una fava, et gettagli ad uno ad uno nel brodo.

Uni Giessen (Gloning/Romanelli, Digitale Edition 2004, Basis: Faccioli 1966)

Moderne Übersetzung

🏕 Lagerküche-Tipp: Die Teigmasse kann zu Hause vorbereitet und mitgebracht werden. Das Formen und Kochen der Klößchen ist am Lagerfeuer gut machbar.

Um Zazzarelli in kleinen Bissen, entweder weiß, grün oder gelb, zuzubereiten, bereite die Masse so zu, wie es oben beschrieben ist, je nach der Farbe, die du ihnen geben willst. Die Masse soll etwas fester sein. Nimm einen kleinen Löffel. Und wenn die Brühe zu kochen beginnt, forme die kleinen Bissen wie eine Saubohne und gib sie einzeln in die Brühe.

Zutaten

OriginalModern / MengeWo kaufenAlternative
la materia Teigmasse (für Zazzarelli)
il brodo Brühe (Fleisch- oder Gemüsebrühe)

Anmerkungen

Zazzarelli
Eine Art kleiner, oft gefärbter Klößchen oder Nocken, typisch für die norditalienische Küche des 15. Jahrhunderts.
bocchoncelli
Kleine Bissen, Häppchen oder Klößchen.
materia
Die Grundmasse oder der Teig, dessen genaue Zusammensetzung in diesem Rezept nicht beschrieben wird, sondern auf ein vorhergehendes Rezept verweist.
come se contene di sopra
„Wie oben beschrieben“ – Verweis auf ein vorhergehendes Rezept, das hier nicht vorliegt.
fava
Saubohne oder Pferdebohne, eine Hülsenfrucht, die als Größenvergleich dient.

Lesarten

Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten — mit den plausiblen Alternativen.

Zazzarelli

Gewählte Lesart: „Zazzarelli“ – Eine Art kleiner Klößchen oder Nocken.

Andere mögliche Lesart:

  • Möglicherweise eine Art Pasta, die an Haare erinnert (von 'zazzera' = Haarschopf). — Der Name 'Zazzarelli' könnte von 'zazzera' (Haarschopf) abgeleitet sein, was auf eine unregelmäßige Form oder Textur hindeutet. Im Kontext von Martino sind es jedoch kleine, geformte Klößchen.

come se contene di sopra

Gewählte Lesart: „Wie oben beschrieben“ – Verweis auf ein vorhergehendes Rezept, das hier nicht vorliegt.

bocchoncelli

Gewählte Lesart: „Kleine Bissen“ oder „Klößchen“.

fava

Gewählte Lesart: „Saubohne“ oder „Pferdebohne“ als Größenvergleich.

Häufige Fragen

Was sind Zazzarelli?

Zazzarelli sind kleine Klößchen oder Nocken, die in der norditalienischen Küche des 15. Jahrhunderts beliebt waren. Sie wurden oft gefärbt, um visuell ansprechend zu sein, und in Brühe gekocht.

Wie stelle ich die 'materia' (Teigmasse) für die Zazzarelli her?

Da das Rezept die genaue Zusammensetzung der 'materia' nicht angibt, kannst du eine einfache Nocken- oder Spätzleteigmasse verwenden. Eine Mischung aus Weizenmehl, Eiern, etwas Wasser oder Brühe und einer Prise Salz ist eine gute Basis. Für die Farben kannst du gekochten, pürierten Spinat (grün) oder Safranwasser (gelb) hinzufügen. Die Masse sollte fest genug sein, um sie mit einem Löffel zu formen.

Ist dieses Rezept für die Lagerküche / das Mittelaltermarkt-Lager geeignet?

Ja, dieses Rezept ist gut für die Lagerküche geeignet. Die Teigmasse kann problemlos zu Hause vorbereitet und in einem Behälter mitgebracht werden. Das Formen der Klößchen und das Kochen in Brühe ist über offenem Feuer oder auf einem Kocher gut umsetzbar.

Aus welcher Zeit und woher stammt dieses Rezept?

Dieses Rezept stammt aus dem 'Libro de Arte Coquinaria' von Maestro Martino da Como, einem der bedeutendsten Kochbücher des 15. Jahrhunderts. Es wurde um 1465 in Norditalien verfasst und bietet Einblicke in die gehobene Küche der Renaissance.

Was bedeutet 'fava' im Rezept?

‚Fava‘ bezieht sich auf die Saubohne oder Pferdebohne. Im Rezept dient sie als Größenvergleich, um anzugeben, wie groß die geformten Klößchen sein sollen – also etwa die Größe einer Saubohne.

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