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Bestino in Knoblauchsauce

Libro de arte coquinaria · Norditalien · 1465

Sonstiges 🏕 Lagerküche-tauglich ⚠ Viel Interpretationsspielraum Einfach
⏱ 45 Min.👥 1 Person📖 Libro de Arte Coquinaria (~1465)

Original — Frühitalienisch (15. Jh.)

Bestino in Knoblauchsauce — Originalseite aus Libro de Arte Coquinaria
Fol. 54r, Library of Congress, Rare Book and Special Collections Division, Washington MS (TX723 .M3 1460), Public Domain

Transkription (Frühitalienisch (15. Jh.))

Bestino.

Fallo allessare in mezo vino o aceto et mezo acqua, et per suo sapore vole un poco d'agliata fortissima, certificandoti che ogni bestino è velissimo, più conveniente a zappatori che ad homini da bene.

Uni Giessen (Gloning/Romanelli, Digitale Edition 2004, Basis: Faccioli 1966)

Moderne Übersetzung

🏕 Lagerküche-Tipp: Das Sieden eines kleinen Stücks Fleisch und die Zubereitung einer einfachen Knoblauchsauce erfordern keine spezielle Ausrüstung und sind über offenem Feuer oder auf einem Kocher leicht umsetzbar.

Lass es in halb Wein oder Essig und halb Wasser sieden. Für seinen Geschmack benötigt es eine sehr kräftige Knoblauchsauce. Sei dir gewiss, dass jedes Bestino sehr giftig ist und eher für Feldarbeiter als für ehrbare Männer geeignet.

Zutaten

OriginalModern / MengeWo kaufenAlternative
Bestino Ein Bestino (kleines Tier) ⚠ Nicht erhältlich, da es sich um einen kulinarischen Witz handelt. Siehe Alternative. Kleines Stück Wildfleisch oder Geflügel (z.B. Wachtel, Rebhuhn)
mezo vino Wein (für den Sud)
o aceto Essig (für den Sud)
et mezo acqua Wasser (für den Sud)
un poco d'agliata fortissima Kräftige Knoblauchsauce

Anmerkungen

Bestino
Wörtlich ‚kleines Tier‘ oder ‚Tierchen‘. Vermutlich eine sarkastische Bezeichnung für ein unappetitliches Kleintier wie Maulwurf oder Spitzmaus.
allessare
Sieden, kochen, pochieren.
agliata
Knoblauchsauce, oft mit Brot, Essig und Brühe gebunden. Das Rezept geht davon aus, dass sie bereits zubereitet ist.
velissimo
Sehr giftig, sehr schädlich.
zappatori
Feldarbeiter, Gräber, Tagelöhner – die unterste soziale Schicht.
homini da bene
Ehrbare Männer, Gentlemen, Adelige – die Oberschicht.

Lesarten

Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten — mit den plausiblen Alternativen.

Bestino

Gewählte Lesart: Kleines, unappetitliches Tier (z.B. Maulwurf, Spitzmaus).

Andere mögliche Lesart:

  • Ein generisches ‚Tierchen‘ ohne spezifische Konnotation. — Obwohl ‚Bestino‘ wörtlich ‚Tierchen‘ bedeutet, deuten der Kontext von ‚velissimo‘ und die Abgrenzung zu ‚homini da bene‘ stark auf eine sarkastische, abwertende Bedeutung hin, die über ein generisches Tier hinausgeht.

velissimo

Gewählte Lesart: Sehr giftig / sehr schädlich.

zappatori / homini da bene

Gewählte Lesart: Feldarbeiter / ehrbare Männer (Gentlemen).

Häufige Fragen

Was ist ein 'Bestino' und sollte ich es wirklich zubereiten?

Das ‚Bestino‘ ist eine humorvolle Bezeichnung Maestro Martinos für ein kleines, unappetitliches Tier, wie einen Maulwurf oder eine Spitzmaus. Martino spielt hier mit der Vorstellung, dass solche Tiere ‚sehr giftig‘ seien und nur für einfache Feldarbeiter geeignet. Es ist ein kulinarischer Witz, der nicht ernsthaft zum Nachkochen gedacht ist. Wenn du das Rezept adaptieren möchtest, könntest du ein kleines Stück Wildfleisch oder Geflügel verwenden, um den Geist des Rezepts zu erfassen, ohne tatsächlich ein ‚Bestino‘ zu jagen.

Ist dieses Rezept für die Lagerküche / das Mittelaltermarkt-Lager geeignet?

Ja, dieses Rezept ist gut für die Lagerküche geeignet. Das Sieden eines kleinen Stücks Fleisch und die Zubereitung einer einfachen Knoblauchsauce erfordern keine spezielle Ausrüstung und sind über offenem Feuer oder auf einem Kocher leicht umsetzbar.

Aus welcher Zeit und woher stammt dieses Rezept?

Dieses Rezept stammt aus dem ‚Libro de Arte Coquinaria‘, verfasst um 1465 von Maestro Martino da Como, einem der bedeutendsten Köche des 15. Jahrhunderts. Es ist ein frühes Beispiel der italienischen Kochkunst und zeigt Martinos oft humorvollen und pragmatischen Stil.

Was bedeutet 'allessare' im Rezept?

‚Allessare‘ bedeutet sieden, kochen oder pochieren. Es beschreibt eine Garmethode, bei der die Zutat in Flüssigkeit (hier Wein/Essig und Wasser) gekocht wird, im Gegensatz zum Braten oder Rösten.

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