Le Ménagier de Paris · Paris · 1393
Nota cy grant diversité de langage: car ce que l'en dit du porc la fressure, c'est le foye, le mol et le cuer; et ce que l'en dit la fressure de mouton, c'est la teste, la pance, la caillecte et les iiii piez; et ce que l'en dit la fressure d'un veel, c'est la teste, la fraze, la pance, et les iiii piez; et ce que l'en dit la fressure d'un beuf, c'est la pance, le saultier, la franche mule, la rate, le mol et le foye et les quatre piez. Et de venoison autrement et par autres noms. Queritur la cause de ceste diversité sur ce seul mot fressure.
Base de Français Médiéval (BFM), ENS Lyon – TEI P5, Lizenz Etalab
🏕 Lagerküche-Tipp: Zuhause vorbereiten.
Beachte hier die große Vielfalt der Sprache: Denn was man beim Schwein als Fressure bezeichnet, das sind die Leber, die Lunge und das Herz. Und was man als Fressure vom Schaf bezeichnet, das sind der Kopf, der Pansen, der Labmagen und die vier Füße. Und was man als Fressure eines Kalbes bezeichnet, das sind der Kopf, das Zwerchfell, der Pansen und die vier Füße. Und was man als Fressure eines Rindes bezeichnet, das sind der Pansen, der Blättermagen, der Labmagen, die Milz, die Lunge, die Leber und die vier Füße. Und bei Wild ist es anders und unter anderen Namen bekannt. Es wird nach dem Grund dieser Vielfalt für dieses einzige Wort 'fressure' gefragt.
Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten — mit den plausiblen Alternativen.
⚖ fraze
Gewählte Lesart: Als 'Zwerchfell' übersetzt, da es ein häufiger Bestandteil von Innereien-Sets ist und die BFM-Definition dies als primäre Bedeutung nennt.
Andere mögliche Lesart:
⚖ caillecte / franche mule
Gewählte Lesart: Beide Begriffe wurden als 'Labmagen' übersetzt, da sie sich auf den vierten Magen der Wiederkäuer beziehen.
'Fressure' ist ein mittelalterlicher französischer Begriff für die essbaren Innereien oder das Gekröse eines Schlachttieres. Wie der Text erklärt, variiert die genaue Zusammensetzung der 'fressure' je nach Tierart erheblich.
Nein, dies ist keine Kochanleitung, sondern eine informative Notiz zur Terminologie von Innereien. Sie ist daher nicht direkt für die Lagerküche geeignet, kann aber als Hintergrundwissen dienen.
Dieser Text stammt aus dem 'Ménagier de Paris', einem Haushaltsbuch, das um 1393 in Paris verfasst wurde. Es ist eine wichtige Quelle für die mittelalterliche französische Küche und das häusliche Leben des Bürgertums.
Dies sind spezifische Bezeichnungen für Innereien: 'mol' ist die Lunge, 'caillecte' der Labmagen (der vierte Magen der Wiederkäuer), 'fraze' das Zwerchfell oder Mesenterium, 'saultier' der Blättermagen (der dritte Magen der Wiederkäuer) und 'franche mule' ebenfalls der Labmagen.