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Lammtopf mit Gewürzen

Le Ménagier de Paris · Paris · 1393

🏕 Lagerküche-tauglich ⚠ Viel Interpretationsspielraum Mittel
⏱ 80 Min.👥 4 Personen📖 Ménagier de Paris (~1393)

Original — Moyen Français

Lammtopf mit Gewürzen — Originalseite aus Ménagier de Paris
Fol. 139v, Scan: Bibliothèque nationale de France, Gallica (BnF Manuscrit Français 12477)

Transkription (Moyen Français)

Item, pasté en pot de mouton. Prenez de la cuisse, et gresse ou mouelle de beuf ou de veel hasché menu, et ongnons menuz haschiez, et faictes boulir et cuire, en ung pot bien couvert, a bien petit de boullon de char ou autre eaue. Puis mectez boulir dedens espices, et ung petit de vinaigre pour aguisier, et dreciez en ung plat.

Base de Français Médiéval (BFM), ENS Lyon – TEI P5, Lizenz Etalab

Moderne Übersetzung

🏕 Lagerküche-Tipp: Benötigt einen gut verschließbaren Topf und eine Feuerstelle. Zutaten können vorbereitet mitgebracht werden.

Nehmt Fleisch von der Lammkeule, dazu Rinder- oder Kalbsfett oder -mark, alles fein gehackt. Hackt auch Zwiebeln fein. Lasst dies alles in einem gut verschlossenen Topf mit sehr wenig Fleischbrühe oder Wasser kochen und garen. Gebt dann Gewürze und ein wenig Essig hinzu, um den Geschmack zu schärfen. Richtet das Gericht auf einer Platte an.

Zutaten

OriginalModern / MengeWo kaufenAlternative
de la cuisse Lammfleisch (von der Keule) Metzger
gresse ou mouelle de beuf ou de veel Rinder- oder Kalbsfett / -mark Metzger Schweineschmalz
ongnons menuz haschiez Zwiebeln
boullon de char ou autre eaue Fleischbrühe oder Wasser
espices Gewürzmischung (Ingwer, Zimt, Nelken)
vinaigre Essig

Anmerkungen

pasté en pot
Wörtlich 'Topf-Pastete', hier im Sinne eines Eintopfs oder Schmorgerichts
cuisse
Keule (Fleischstück)
gresse ou mouelle
Fett oder Mark
boullon de char
Fleischbrühe
aguisier
schärfen, würzen

Lesarten

Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten — mit den plausiblen Alternativen.

pasté en pot

Gewählte Lesart: Eintopf

Andere mögliche Lesart:

  • Topf-Pastete — Die wörtliche Übersetzung 'Topf-Pastete' könnte eine Teighülle implizieren, jedoch beschreibt der Rezepttext keine Kruste, was die Interpretation als Eintopf oder Schmorgericht plausibler macht.

espices

Gewählte Lesart: Gewürzmischung (Ingwer, Zimt, Nelken)

Andere mögliche Lesart:

  • Eine beliebige Gewürzmischung der Zeit — Der Ménagier de Paris spezifiziert oft nicht, welche Gewürze gemeint sind, wenn er 'espices' sagt. Eine Mischung aus Ingwer, Zimt und Nelken ist jedoch typisch für die französische Küche dieser Epoche und eine sichere Wahl.

boullon de char ou autre eaue

Gewählte Lesart: Fleischbrühe oder Wasser

Andere mögliche Lesart:

  • Nur Wasser — Die Formulierung 'oder anderes Wasser' könnte darauf hindeuten, dass Brühe optional ist und Wasser die Standardflüssigkeit war, besonders wenn Brühe knapp war oder das Gericht einfacher gehalten werden sollte.

Häufige Fragen

Was bedeutet 'pasté en pot'?

Der Begriff 'pasté en pot' bezeichnet im Mittelalter ein Gericht, das in einem Topf zubereitet wird. Obwohl 'Pastete' heute eine Teighülle impliziert, handelt es sich hier eher um einen Eintopf oder ein Schmorgericht, das direkt aus dem Topf serviert wird, ohne eine Kruste.

Welche Gewürzmischung passt zu 'espices'?

Wenn der Ménagier de Paris 'espices' ohne weitere Spezifikation nennt, sind meist die gängigen und teuren Gewürze der Zeit gemeint. Eine typische Mischung für die französische Küche des 14. Jahrhunderts könnte Ingwer, Zimt, Nelken, Muskatnuss und eventuell Paradieskörner umfassen. Für dieses Rezept empfehlen wir eine Mischung aus Ingwer, Zimt und Nelken.

Ist dieses Rezept für die Lagerküche / das Mittelaltermarkt-Lager geeignet?

Ja, dieses Rezept ist sehr gut für die Lagerküche geeignet. Es benötigt lediglich einen gut verschließbaren Topf und eine Feuerstelle. Alle Zutaten lassen sich gut transportieren und können vorab vorbereitet (gehackt) mitgebracht werden, um die Zubereitungszeit am Lager zu verkürzen.

Aus welcher Zeit und woher stammt dieses Rezept?

Dieses Rezept stammt aus dem 'Ménagier de Paris', einem Haushaltsbuch, das um 1393 in Paris verfasst wurde. Es bietet Einblicke in die bürgerliche Küche des späten Mittelalters und richtet sich an eine junge Ehefrau, die ihren Haushalt führen soll.

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