Le Ménagier de Paris · Paris · 1393
Cretonnee a jour de poisson. Soit la friture faicte de tanches, brochectz, soles ou lymandes frictes.
Base de Français Médiéval (BFM), ENS Lyon – TEI P5, Lizenz Etalab
🏕 Lagerküche-Tipp: Das Braten von Fisch ist in der Lagerküche gut umsetzbar. Benötigt werden eine Pfanne oder ein Topf und ausreichend Pflanzenöl oder Schmalz. Die Hitzequelle kann ein offenes Feuer oder ein Kohlebecken sein.
Cretonnee für den Fischtag. Die Fritüre soll aus gebratenen Schleien, Hechten, Seezungen oder Limanden bestehen.
| Original | Modern / Menge | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|
| tanches, brochectz, soles ou lymandes frictes | 500 g festfleischiger Fisch (z.B. Schleie, Hecht, Seezunge, Kliesche) | Fischhändler | Kabeljau, Zander oder andere festfleischige Weißfische |
| (implied for 'friture') | Pflanzenöl oder Schmalz zum Frittieren | — | — |
Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten — mit den plausiblen Alternativen.
⚖ Cretonnee a jour de poisson
Gewählte Lesart: Cretonnee für den Fischtag. Der Text beschreibt lediglich die Fischkomponente, nicht das vollständige Gericht.
Andere mögliche Lesart:
Eine Cretonnee war im Mittelalter ein dicker Eintopf oder ein Püree, oft mit Eiern oder Käse gebunden. Dieses Rezept beschreibt jedoch nur die Fischkomponente für eine Cretonnee an Fastentagen, ohne die weiteren Zubereitungsschritte für das eigentliche Püree oder den Eintopf zu nennen. Es ist also eher eine Zutatendefinition als ein vollständiges Gericht.
Ja, das Braten von Fisch ist in der Lagerküche gut umsetzbar. Mit einer Pfanne und ausreichend Fett über offenem Feuer oder einem Kohlebecken lässt sich der Fisch schnell zubereiten. Der Fisch kann bereits vorbereitet mitgebracht werden.
Dieses Rezept stammt aus dem 'Ménagier de Paris', einem bürgerlichen Haushalts- und Kochbuch, das um 1393 in Paris verfasst wurde. Es bietet Einblicke in die Küche des späten Mittelalters in Frankreich.
'A jour de poisson' bedeutet 'für den Fischtag' oder 'an Fastentagen'. Im mittelalterlichen christlichen Kalender gab es viele Fastentage, an denen der Verzehr von Fleisch verboten war. Fisch war an diesen Tagen eine erlaubte Alternative.