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Süße Mandel-Grütze

Le Ménagier de Paris · Paris · 1393

🍯 Nachspeise 🏕 Lagerküche-tauglich ⚠ Viel Interpretationsspielraum Einfach
⏱ 40 Min.👥 2–4 Personen📖 Ménagier de Paris (~1393)

Original — Moyen Français

Süße Mandel-Grütze — Originalseite aus Ménagier de Paris
Fol. 166v, Scan: Bibliothèque nationale de France, Gallica (BnF Manuscrit Français 12477)

Transkription (Moyen Français)

Gruyau. Couvient cuire comme boyen, puis purer et mectre cuire avec le lait d'amandes, comme dit est prouchainement cy dessus d'orge mondé, et foison succre.

Base de Français Médiéval (BFM), ENS Lyon – TEI P5, Lizenz Etalab

Moderne Übersetzung

🏕 Lagerküche-Tipp: Benötigt einen Topf und eine Möglichkeit zum Passieren oder Zerdrücken der Grütze.

Bereite die Grütze zu, indem du sie kochst, wie es unmittelbar zuvor für geschälte Gerste beschrieben wurde. Das bedeutet, koche die Grütze in Wasser, bis sie weich ist. Danach passiere sie durch ein feines Sieb oder zerdrücke sie gründlich, um eine glatte Masse zu erhalten. Gib diese Masse zusammen mit Mandelmilch in einen Topf und koche sie erneut auf, bis sie die gewünschte Konsistenz erreicht hat. Süße die Grütze mit reichlich Zucker.

Zutaten

OriginalModern / MengeWo kaufenAlternative
Gruyau 200 g Gerstengrütze
lait d'amandes 500 ml Mandelmilch
succre 50 g Zucker
eau Wasser Leitung

Anmerkungen

Gruyau
Grütze, Grießbrei aus Getreide
boyen
Brei, Grütze (hier im Sinne der Zubereitungsart für geschälte Gerste)
purer
Pürieren, passieren, fein zerdrücken
lait d'amandes
Mandelmilch
orge mondé
Geschälte Gerste
foison
Reichlich, viel

Lesarten

Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten — mit den plausiblen Alternativen.

Couvient cuire comme boyen / comme dit est prouchainement cy dessus d'orge mondé

Gewählte Lesart: Die Zubereitung der Grütze erfolgt nach der Methode, die für geschälte Gerste beschrieben wurde, was das Weichkochen des Getreides in Wasser und anschließendes Passieren oder Zerdrücken impliziert. 'Boyen' wird hier als allgemeiner Begriff für Brei oder Grütze verstanden.

Andere mögliche Lesart:

  • 'Boyen' könnte sich auf ein spezifisches, namentlich bekanntes Grütze-Rezept beziehen, das dem ursprünglichen Leser vertraut war, aber nicht explizit in diesem Text detailliert wird. — Mittelalterliche Kochbücher verweisen oft auf andere Rezepte oder bekannte Zubereitungsarten, ohne diese vollständig zu wiederholen. Die explizite Erwähnung von 'orge mondé' (geschälte Gerste) macht jedoch die Interpretation als allgemeine Gerstengrütze-Zubereitung am plausibelsten.

Häufige Fragen

Was ist 'Gruyau'?

'Gruyau' bezeichnet im Mittelalter eine Art Grütze oder Brei, der aus verschiedenen Getreidesorten hergestellt werden konnte. In diesem Rezept wird durch die Querverweisung auf 'orge mondé' (geschälte Gerste) eine Gerstengrütze nahegelegt.

Ist dieses Rezept für die Lagerküche / das Mittelaltermarkt-Lager geeignet?

Ja, dieses Rezept ist sehr gut für die Lagerküche geeignet. Die Zutaten sind einfach zu transportieren und die Zubereitung erfordert lediglich einen Topf und eine Möglichkeit, die Grütze zu passieren oder zu zerdrücken, was auch mit einfachen Mitteln am Lagerfeuer möglich ist.

Aus welcher Zeit und woher stammt dieses Rezept?

Dieses Rezept stammt aus dem 'Ménagier de Paris', einem Haushaltsbuch, das um 1393 in Paris verfasst wurde. Es bietet Einblicke in die bürgerliche Küche des späten Mittelalters.

Was bedeutet die Anweisung 'wie es unmittelbar zuvor für geschälte Gerste beschrieben wurde'?

Dies ist eine Querverweisung auf ein vorhergehendes Rezept im Ménagier de Paris. Es bedeutet, die Grütze nach der dort beschriebenen Grundmethode für geschälte Gerste zuzubereiten, also das Getreide in Wasser weichzukochen, bevor es weiterverarbeitet wird.

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