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Gekochtes Simyer vom Hirsch oder Wildschwein

Le Ménagier de Paris · Paris · 1393

🦌 Hauptspeise · Wild 🏕 Lagerküche-tauglich ⚠ Viel Interpretationsspielraum Einfach
⏱ 15 Min.👥 4–6 Personen📖 Ménagier de Paris (~1393)

Original — Moyen Français

Gekochtes Simyer vom Hirsch oder Wildschwein — Originalseite aus Ménagier de Paris
Fol. 171v, Scan: Bibliothèque nationale de France, Gallica (BnF Manuscrit Français 12477)

Transkription (Moyen Français)

Nota que le simyer d'un cerf c'est le quoyer et la queue, et quant il est fraiz il est cuit a l'eaue et au vin, aux espices et saffran. Et ainsi est il du sanglier fraiz.

Base de Français Médiéval (BFM), ENS Lyon – TEI P5, Lizenz Etalab

Moderne Übersetzung

🏕 Lagerküche-Tipp: Benötigt einen großen Topf und ausreichend Brennmaterial für längeres Kochen. Die Zutaten sind gut transportierbar.

Man beachte, dass der Simyer eines Hirsches das Rumpfstück und der Schwanz ist. Ist dieses Fleisch frisch, koche es in Wasser und Wein, zusammen mit Gewürzen und Safran. Ebenso verfahre mit frischem Wildschwein.

Zutaten

OriginalModern / MengeWo kaufenAlternative
le simyer d'un cerf 1 Simyer vom Hirsch (ca. 1,5-2 kg) Metzger (auf Vorbestellung), Wildhändler Rumpfstück oder Keule vom Hirsch
du sanglier fraiz 1 Simyer vom Wildschwein (ca. 1,5-2 kg) Metzger (auf Vorbestellung), Wildhändler Rumpfstück oder Keule vom Wildschwein
l'eaue Wasser Leitung
le vin Rotwein
aux espices 1 EL Gewürzmischung (Ingwer, Zimt, Nelken, Pfeffer)
saffran 1 Prise Safranfäden

Anmerkungen

simyer
Spezifisches Teilstück von Hirsch oder Wildschwein, bestehend aus dem unteren Rückenbereich und dem Schwanz.
quoyer
Das Rumpfstück oder der fleischige hintere Teil des Tieres, hier als Bestandteil des Simyer.
espices
Allgemeine Bezeichnung für eine Gewürzmischung, typischerweise Ingwer, Zimt, Nelken, Pfeffer, Muskatnuss und Paradieskörner.

Lesarten

Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten — mit den plausiblen Alternativen.

quoyer

Gewählte Lesart: Das Rumpfstück oder der fleischige hintere Teil des Tieres, der zusammen mit dem Schwanz den 'Simyer' bildet.

Andere mögliche Lesart:

  • Könnte auch 'Haut' oder 'Leder' bedeuten (von altfranzösisch 'cuir'). — Obwohl 'cuir' (Haut/Leder) eine mögliche Lesart für 'quoyer' ist, erscheint dies im Kontext eines Kochrezepts für ein spezifisches Fleischteilstück, das gekocht wird, weniger plausibel. Der 'Simyer' wird historisch als Fleischschnitt definiert.

Häufige Fragen

Wo bekomme ich 'Simyer' vom Hirsch oder Wildschwein?

Das 'Simyer' ist ein spezieller Schnitt, der den unteren Rücken und den Schwanz von Wildtieren umfasst. Am besten fragst du bei einem spezialisierten Metzger oder Wildhändler nach, ob er dieses Teilstück auf Vorbestellung besorgen kann. Alternativ kannst du ein Rumpfstück oder eine Keule vom Hirsch oder Wildschwein verwenden, um ein ähnliches Ergebnis zu erzielen.

Ist dieses Rezept für die Lagerküche / das Mittelaltermarkt-Lager geeignet?

Ja, dieses Rezept ist gut für die Lagerküche geeignet. Es erfordert lediglich einen großen Topf und eine Feuerstelle zum Kochen. Die Kochzeit für Wildfleisch kann jedoch länger sein, plane daher ausreichend Brennmaterial und Zeit ein. Die Zutaten sind einfach zu transportieren.

Aus welcher Zeit und woher stammt dieses Rezept?

Dieses Rezept stammt aus dem 'Ménagier de Paris', einem französischen Haushalts- und Kochbuch, das um 1393 in Paris verfasst wurde. Es bietet Einblicke in die bürgerliche Küche des späten Mittelalters.

Welche Gewürzmischung passt zu 'espices'?

Im Mittelalter war 'espices' eine allgemeine Bezeichnung für eine Mischung aus verschiedenen Gewürzen. Typische Bestandteile waren Ingwer, Zimt, Nelken, langer Pfeffer, Muskatnuss und Paradieskörner. Du kannst eine eigene Mischung nach Geschmack zusammenstellen oder eine fertige mittelalterliche Gewürzmischung verwenden.

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