Le Ménagier de Paris · Paris · 1393
Monder orge ou fourment pour faire froumentee. Il couvient eaue treschaude, et mectre le fourment ou orge dedens icelle eaue chaude et laver et paulmoyer tresbien et longuement, puis gecter et purer toute l'eaue et laissier essuyer le froument ou orge, et puis le piler a ung pestail de boiz, puis vanner a ung bacin a laver.
Base de Français Médiéval (BFM), ENS Lyon – TEI P5, Lizenz Etalab
🏕 Lagerküche-Tipp: Benötigt einen großen Mörser und Stößel sowie ein Sieb.
Um Gerste oder Weizen für Frumenty zu enthülsen: Benötige sehr heißes Wasser. Gib den Weizen oder die Gerste in dieses heiße Wasser und wasche und reibe sie sehr gut und lange. Gieße dann das gesamte Wasser ab und lasse den Weizen oder die Gerste trocknen. Danach zerstoße sie mit einem Holzstößel und siebe sie anschließend in einem Waschbecken.
| Original | Modern / Menge | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|
| orge ou fourment | Menge nach Bedarf Gerste oder Weizen (ganze Körner) | — | — |
| eaue treschaude | Menge nach Bedarf sehr heißes Wasser | Leitung | — |
Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten — mit den plausiblen Alternativen.
⚖ Monder
Gewählte Lesart: Die Übersetzung 'enthülsen' wurde gewählt, da es sich um die Vorbereitung von Getreide handelt, bei der die äußere Schale entfernt wird.
Andere mögliche Lesart:
⚖ paulmoyer
Gewählte Lesart: Die Übersetzung 'mit den Händen reiben/schrubben' wurde gewählt, da 'paume' Handfläche bedeutet und die Aktion des Reibens impliziert.
Andere mögliche Lesart:
⚖ vanner a ung bacin a laver
Gewählte Lesart: Die Übersetzung 'in einem Waschbecken sieben' wurde gewählt, da 'vanner' sowohl 'windfegen' als auch 'sieben' bedeuten kann und ein 'bacin a laver' (Waschbecken/Schüssel) eher für das Sieben als für das Windfegen geeignet ist.
Andere mögliche Lesart:
'Monder' bedeutet hier, die äußere Schale des Getreides zu entfernen. Im Mittelalter wurde dies durch intensives Reiben und Stampfen erreicht. Modern kannst du bereits geschälte Gerste oder Weizen (Graupen) verwenden, oder du reibst die Körner kräftig unter heißem Wasser und stampfst sie dann im Mörser, um die Schalen zu lösen.
Ja, dieses Rezept ist gut für die Lagerküche geeignet. Die Schritte des Waschens, Reibens, Trocknens, Stampfens und Siebens können mit einfachen Mitteln am Lagerfeuer oder auf einem Tisch durchgeführt werden.
Dieses Rezept stammt aus dem "Ménagier de Paris", einem französischen Haushaltsbuch aus der Zeit um 1393. Es wurde für eine junge Ehefrau verfasst und enthält neben Kochrezepten auch Ratschläge zur Haushaltsführung und Moral.
Im mittelalterlichen Kochkontext ist ein 'Mörser' oft ein großer Fleischmörser aus Stein oder Holz. Für dieses Rezept ist ein großer, stabiler Mörser mit einem Holzstößel ideal, um die Getreidekörner zu enthülsen und zu zerstoßen. Alternativ kannst du eine robuste Küchenmaschine oder einen Blender verwenden, um die Körner zu zerkleinern, oder du greifst auf bereits geschälte Getreideprodukte zurück.