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Rezept für gebackene Strauben

Maister Hannsen des von Wirtenberg Koch · Württemberg / Basel · 1460

NachspeiseViel InterpretationsspielraumMittelHofkücheVegetarisch
20 Min.2-3 PersonenKochbuch des Meisters Hans (~1460)

Original - Frühneuhochdeutsch (alemannisch-schwäbisch, 1460)

Rezept für gebackene Strauben - Originalseite aus Kochbuch des Meisters Hans
Fol. 105r, Universitätsbibliothek Basel, Cod. AN V 12 (1460); bereitgestellt durch CoReMA - Cooking Recipes of the Middle Ages, Universität Graz (CC BY-NC-SA 4.0)

Transkription - Frühneuhochdeutsch (alemannisch-schwäbisch, 1460)

von gepachen Strauben berait also

Item Nym Strauben vnd hacks klain vnd thue sy In ain milich vnd czwaj ayer oder drew darunder vnd farbs schon vnd wann du wild aneRichten So thue ain guot gewurcz darauf .

CoReMA - Cooking Recipes of the Middle Ages (Uni Graz), TEI-Edition Böhm/Klug 2021, CC BY 4.0

Moderne Übersetzung

Lagerküche-Tipp: Zuhause vorbereiten.

Nimm die Strauben und zerkleinere sie sorgfältig. Gib die zerkleinerten Strauben in eine Schüssel mit Milch und rühre zwei oder drei Eier darunter. Färbe die Masse ansprechend, beispielsweise mit Safran, bis sie eine schöne Farbe annimmt.

Wenn du das Gericht servieren möchtest, bestreue es mit einer feinen Gewürzmischung.

Zutaten

OriginalModern / MengeWo kaufenAlternative
Strauben Strauben (frittiertes Gebäck) Bäcker, Supermarkt (Krapfen/Schmalzgebäck) Pfannkuchen oder Waffeln
milich Milch - -
ayer 2-3 Eier - -
Safran Safran Supermarkt, Gewürzhandel Kurkuma (für Farbe)
Gewürze Gewürzmischung - -

Anmerkungen

Strauben

Eine Art frittiertes Gebäck, ähnlich Krapfen oder Schmalzgebäck, das im Mittelalter weit verbreitet war.

farbs schon

Anweisung, die Speise farblich ansprechend zu gestalten, typischerweise mit Safran, um eine leuchtend gelbe Farbe zu erzielen.

ain guot gewurcz

Eine allgemeine Bezeichnung für eine Mischung aus gängigen Gewürzen der Zeit, wie Pfeffer, Ingwer, Zimt, Nelken oder Muskat.

Lesarten

Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten - mit den plausiblen Alternativen.

Strauben

Gewählte Lesart: Das Rezept beschreibt die Weiterverarbeitung von bereits zubereiteten Strauben, einem frittierten Gebäck, zu einer Art Auflauf oder Pudding.

farbs schon

Gewählte Lesart: Als Färbemittel wird Safran angenommen, da es das gängigste und teuerste Mittel war, um Speisen im Mittelalter eine leuchtend gelbe Farbe zu verleihen.

Andere mögliche Lesart:

  • Auch Kurkuma oder Eigelb könnten für die Färbung verwendet worden sein. - Diese Zutaten waren ebenfalls verfügbar und konnten eine gelbliche Farbe erzeugen, wenn auch weniger intensiv oder prestigeträchtig als Safran.

ain guot gewurcz

Gewählte Lesart: Es wird eine typische mittelalterliche Gewürzmischung angenommen, die süße und scharfe Komponenten wie Pfeffer, Ingwer, Zimt, Nelken und Muskat umfassen konnte.

Andere mögliche Lesart:

  • Es könnte sich auch um eine einzelne, besonders geschätzte Gewürzsorte gehandelt haben, die dem Koch als ‚gut‘ bekannt war. - Die Formulierung lässt Raum für individuelle Vorlieben des Kochs oder des Haushalts.

Häufige Fragen

Was sind ‚Strauben‘ und woher bekomme ich sie?

Strauben sind eine Art frittiertes Gebäck, ähnlich den heutigen Krapfen oder Schmalzgebäck. Du kannst sie entweder selbst zubereiten, fertige Krapfen oder Schmalzgebäck vom Bäcker verwenden oder alternativ Pfannkuchen oder Waffeln nutzen.

Ist dieses Rezept für die Lagerküche / das Mittelaltermarkt-Lager geeignet?

Nein, dieses Rezept ist aufgrund der Verwendung von Milch und Eiern, die Kühlung benötigen, nicht ideal für die Lagerküche. Es sollte zuhause vorbereitet werden.

Aus welcher Zeit und woher stammt dieses Rezept?

Dieses Rezept stammt aus dem ‚Kochbuch des Meisters Hans‘, das um 1460 in Basel verfasst wurde. Es ist ein Beispiel für die bürgerliche Küche des Spätmittelalters im südwestdeutschen Raum.

Was bedeutet ‚farbs schon‘ und ‚ain guot gewurcz‘?

‚Farbs schon‘ bedeutet, die Speise schön zu färben, wofür im Mittelalter meist Safran verwendet wurde, um eine leuchtend gelbe Farbe zu erzielen. ‚Ain guot gewurcz‘ ist eine allgemeine Anweisung, die Speise mit einer schmackhaften Gewürzmischung zu würzen. Typische Gewürze waren Pfeffer, Ingwer, Zimt, Nelken oder Muskat.

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