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Sauce aus Steinobst

Maister Hannsen des von Wirtenberg Koch · Württemberg / Basel · 1460

Gewürz / SauceViel InterpretationsspielraumEinfachHofkücheVegan
15 Min.variabelKochbuch des Meisters Hans (~1460)

Original - Frühneuhochdeutsch (alemannisch-schwäbisch, 1460)

Sauce aus Steinobst - Originalseite aus Kochbuch des Meisters Hans
Fol. 103r, Universitätsbibliothek Basel, Cod. AN V 12 (1460); bereitgestellt durch CoReMA - Cooking Recipes of the Middle Ages, Universität Graz (CC BY-NC-SA 4.0)

Transkription - Frühneuhochdeutsch (alemannisch-schwäbisch, 1460)

Aber von Sallsen

Item Es wirt auch von allem stain obs soliche guote salsen wer Ir recht thuot

CoReMA - Cooking Recipes of the Middle Ages (Uni Graz), TEI-Edition Böhm/Klug 2021, CC BY 4.0

Moderne Übersetzung

Lagerküche-Tipp: Zuhause vorbereiten.

Auch aus jeglichem Steinobst lässt sich eine gute Sauce bereiten, wenn du es richtig machst.

Zutaten

OriginalModern / MengeWo kaufenAlternative
stain obs Steinobst - -

Lesarten

Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten - mit den plausiblen Alternativen.

Sallsen / salsen

Gewählte Lesart: Wir interpretieren 'Salsen' hier als 'Sauce', da der Kontext von 'Steinobst' eine flüssige, fruchtige Beilage nahelegt.

Andere mögliche Lesart:

  • Eine alternative Lesart wäre 'Sülze' oder 'Gallerte'. - Der Begriff 'Salsen' konnte im Mittelhochdeutschen auch für Sülzen oder Aspik verwendet werden.

Item Es wirt auch von allem stain obs soliche guote salsen wer Ir recht thuot

Gewählte Lesart: Der gesamte Eintrag wird als programmatische Aussage oder allgemeiner Hinweis verstanden, dass aus Steinobst gute Saucen zubereitet werden können, ohne ein spezifisches Rezept zu liefern.

"wenn du es richtig machst"

Gewählte Lesart: Wir lesen das als impliziten Rückverweis auf das unmittelbar vorausgehende mha-274-Verfahren. mha-275 steht im Manuskript direkt nach der ausgeführten Rosinensauce - der Autor setzt voraus, dass der Leser das gerade gelesene Verfahren kennt und nur den Ausgangsstoff tauscht. Praktisch: aufkochen, passieren, eindicken mit Honig und Gewürzen, mit Essig-Brot anrichten - wie in mha-274.

Andere mögliche Lesart:

  • Eigenständiger Hinweis ohne konkreten Verfahrens-Bezug. - Theoretisch denkbar, aber unwahrscheinlich: mha-275 hat keinerlei eigene Anweisung, und die Position direkt nach dem ausgeführten Rosinen-Verfahren spricht stark für einen redaktionellen Anhang. Mittelalterliche Skelett-Rezepte arbeiten regelmäßig mit solchen "siehe oben"-Verallgemeinerungen.

Häufige Fragen

Was ist Steinobst?

Steinobst bezeichnet Früchte mit einem harten Kern im Inneren, wie Kirschen, Pflaumen, Aprikosen oder Pfirsiche.

Ist dieses Rezept für die Lagerküche / das Mittelaltermarkt-Lager geeignet?

Nein, da das Rezept keine konkreten Anweisungen zur Zubereitung oder Mengenangaben enthält. Es ist eher eine allgemeine Aussage über die Möglichkeit, Saucen aus Steinobst herzustellen.

Aus welcher Zeit und woher stammt dieses Rezept?

Dieses Rezept stammt aus dem 'Kochbuch des Meisters Hans', das um 1460 in Basel verfasst wurde. Es ist ein Beispiel für die bürgerliche Küche des Spätmittelalters im alemannischen Raum.

Was bedeutet 'Salsen' in diesem Rezept?

Im Kontext von 'Steinobst' ist 'Salsen' als 'Sauce' zu verstehen, nicht als 'Sülze' oder 'Gallerte'. Es handelt sich um eine flüssige Würze oder Beilage.

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